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Nir Meiri stellt nachhaltige Lampenschirme aus Pilzmyzel her

Nir Meiri stellt nachhaltige Lampenschirme aus Pilzmyzel her
Anonim

Nir Meiri stellt nachhaltige Lampen aus Pilzmyzel her

Der in London lebende Designer Nir Meiri hat eine Reihe von Tischlampen mit Pilzmyzel als Alternative zu synthetischen Materialien entworfen.

Die Schirme für jede der minimalistischen Tischlampen bestehen aus Myzel - dem vegetativen Bestandteil eines Pilzes -, während herkömmlicheres Metall den Ständer und den Sockel bildet.

Jede Lampe wird von unten durch eine separate Lichtquelle beleuchtet, die auf den Myzelschirm projiziert, um ein weiches, natürliches Leuchten zu erzeugen.

Jede der Lampen wurde in Zusammenarbeit mit dem in London ansässigen Start-up Biohm hergestellt, das nachhaltige Lösungen für die gebaute Umwelt erarbeitet. Dabei werden natürlich vorkommende biologische Prozesse verwendet.

Um die Farbtöne zu erzeugen, wird Papierabfall in eine geformte Form gegeben, bevor Myzelsporen in diese eingelegt werden, und unter kontrollierten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen wachsen gelassen.

Nach zwei Wochen ist der Papierabfall vom Pilz verbraucht und hinterlässt eine Myzelbasis, aus der Pilze wachsen. Dieses Material wird dann aus der Form genommen und trocknen gelassen, und der überschüssige wachsende Pilz wird entfernt.

Sobald das Myzel vollständig getrocknet ist, wird es gepresst, um eine flache Substanz zu bilden, die als Lampenschirm verwendet wird.

Aufgrund der Art und Weise, in der Myzel Abfälle verbraucht, ist Meiri der Ansicht, dass die Entwicklung des Pilzmaterials für Möbel, Beleuchtung und Bau die Entsorgung von synthetischem Abfall erheblich beeinträchtigen könnte.

Laut einem Ende 2018 von Wissenschaftlern aus den Londoner Kew Gardens durchgeführten Bericht können Pilze verwendet werden, um Abfallstoffe wie Kunststoff zu zersetzen, da sie auf ihrer Oberfläche wachsen können und dort Enzyme absondern, die die chemischen Bindungen zwischen Kunststoff aufbrechen Moleküle.

"Pilze und Pilze sind wirklich wundersame Organismen mit erheblichem ungenutztem Potenzial", sagte Meiri. "Mycel verbraucht organischen und synthetischen Abfall, um in die gewünschten Formen zu wachsen, und verschiedene Arten von Abfall verändern seine Eigenschaften."

Nachdem er zuvor mit ungewöhnlichen Materialien experimentiert hatte, um Licht zu erzeugen, wie Sand, Algen und Meersalz, ist es Meiris Absicht, mit seiner Arbeit das natürliche Erscheinungsbild der organischen Materialien beizubehalten, während sie auf industrielle Produktdesigns angewendet werden.

Meiri verwendete Myzel nicht nur direkt als Material, sondern ließ sich auch von den Pilzen bei der Gestaltung der Lampen inspirieren. Dabei ahmte er die Formen wild wachsender Pilze nach, um "einen kleinen Garten der Lichter" zu schaffen.

"Wenn ich diese Materialien als Leuchten in die häusliche Umgebung bringe, versuche ich, die Schönheit des ursprünglichen Materials beizubehalten, ohne die Funktion des Objekts zu beeinträchtigen", erklärte er.

"Ich war lange auf Myzel neugierig - die Art und Weise, wie dieses Material Abfall verbraucht, ist faszinierend und ich war neugierig, was ich mit diesem wunderschönen, zu 100 Prozent nachhaltigen Material anfangen kann."

Die Mycelium-Leuchten wurden im vergangenen Jahr erstmals während des jährlichen Londoner Designfestivals an zwei verschiedenen Orten vorgestellt - zum einen bei einer Ausstellung namens Sustainable Bankside und zum anderen bei einer Ausstellung namens Open Cell, die im Rahmen der Ausstellung Biodesign - Here Now stattfand.

Myzel ist ein Material, das in jüngster Zeit in verschiedenen Architektur- und Designexperimenten eingehender untersucht wurde, darunter eine selbsttragende Stativsäule und ein komplex strukturiertes Kleid.

In einem ähnlichen Projekt entwarf der britische Möbelhersteller Sebastian Cox eine Reihe einfacher Hocker und Leuchten mit einer Wildleder-ähnlichen Textur aus Myzel, die für jedes Wohnambiente geeignet sind.