Design

Matteo Pacella und Philippine Hamen entwerfen blaue klassische Möbel

Matteo Pacella und Philippine Hamen entwerfen blaue klassische Möbel
Anonim

Matteo Pacella und Philippine Hamen entwerfen blaue klassische Möbel

Matteo Pacella und Philippine Hamen suchten nach antiker griechisch-römischer Architektur und traditionellen Kinderbausteinen für diese Sammlung klassischer Möbel.

Die 12-teilige Kollektion La città è mobile! (Die Stadt ist mobil), besteht aus einer Reihe von "praktischen und dennoch poetischen" Bänken, Hockern, Stufen, Tischen, Konsolen und Bücherregalen.

Jedes aus MDF gefertigte und mit blau pigmentiertem Harz verarbeitete Stück orientierte sich an den archetypischen Formen der klassischen Architektur, wie z. B. großen geriffelten Säulen und geschwungenen Torbögen.

Der in Mailand geborene Pacella und der in Paris geborene Hamen ließen sich auch von den traditionellen Holzbausteinen inspirieren, mit denen Kinder spielen, und wie sie sich auf die Grundstrukturen der Antike beziehen.

Pacella und Hamen stützten die Proportionen der Möbel auf den "goldenen Schnitt" - eine mathematische Regel aus dem alten Griechenland, die existiert, wenn eine Linie in zwei Teile geteilt wird, und die Länge des größeren Teils - a, geteilt durch den kleineren Teil - b, ist gleich der Summe von a plus b, geteilt durch a.

Der goldene Schnitt wird häufig im Bereich des Designs verwendet, um durch genaue Proportionen und Symmetrien eine ästhetische Schönheit zu erzielen.

Der Abstand zwischen den Säulen in den Möbeln wurde auch durch das Interkolumnationssystem bestimmt, das vom römischen Architekten Vitruvius aus dem ersten Jahrhundert v. Chr. Erfunden wurde. Dabei wird der Abstand zwischen den Säulen in einer Kolonnade am Boden ihrer Schächte gemessen.

Während diese strukturellen Referenzen im Einklang mit der klassischen Architektur stehen, haben die Designer die Möbel mit himmelblauem Kunstharz eingefärbt, um einen anachronistischen Kontrast zu schaffen, indem sie die Kollektion "fuori tempo" mit der Bedeutung "out of time" platzierten.

Inspiriert von der Arbeit des italienischen Architekten Aldo Rossi, dessen kühne Formen sich auf die Ästhetik klassischer Strukturen stützen, nutzten die beiden Designer auch die archetypischen Formen klassischer Architektur, um die Wirkung zu messen, die sie noch auf uns haben.

"Finden wir ihre vertraute und rationale Präsenz tröstlich, fast mütterlich oder verfolgen sie zum anderen unsere Träume wie in De Chiricos Gemälden?" Sie fragten.

"Sicher ist, dass wir ihnen nicht gleichgültig bleiben können, denn sie haben über Tausende von Jahren unsere kollektive Psyche tief durchdrungen, unsere kulturelle Identität definiert und unsere Wahrnehmung von Schönheit geprägt", fuhr das Duo fort.

"Diese archetypischen Formen wurden hier zu ihrem minimalen Ausdruck stilisiert, wie in der faschistischen Architektur Italiens, aber auch in einem anderen Maßstab, wie Objekte, auf die wir uns viel augenblicklicher beziehen: die Holzbausteine."

Für das Duo sind traditionelle Holzbausteine ​​für Kinder ein Paradebeispiel dafür, dass architektonische Archetypen in mathematische Objekte und Bände umgewandelt werden, die miteinander verbunden werden können.

"Sie enthüllen die semiotische Übersetzung, durch die der Zylinder zu einer Säule, das Dreieck zu einem Dach und der Bogen zu einer Brücke wird", erklärten die Designer.

"Hier fügen sich die Säulen, die Stufe, die Brücke und die Ottomane wie Bausteine ​​zusammen. Ihr kombinatorischer Wert zeigt, dass klassische Architektur auch ein Spiel ist: Aus einzelnen Fragmenten lässt sich eine ganze Stadt rekonstruieren", fügten sie hinzu.

La città è mobile! wurde auf dem diesjährigen London Design Festival präsentiert, das vom 15. bis 23. September stattfand. Das Designduo konzentriert sich nun auf eine zweite Ausstellung für 2019, in der die architektonische Struktur des Kreuzgewölbes (Leistengewölbes) für Möbel gezeigt wird.

Der italienische Designer Gian Paolo Venier hat sich auch mit klassischer Architektur befasst, als er seine Serie von plissiertem Betongeschirr entwarf, inspiriert von einem Bild auf einer Postkarte des Toghrul-Turms aus dem 12. Jahrhundert in der Nähe von Teheran, Iran.

Die Innenfotografie stammt von Rachel E. Joy Stanley.