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Crafting Plastics entwirft Sonnenbrillen aus Kunststoff, die biologisch abbaubar sind

Mailand 2016: Diese Brillenkollektion von Crafting Plastics wurde aus Testmustern von neuen biologisch abbaubaren Kunststoffen erstellt (+ Diashow).

Die Brillenserie - Collection 1 genannt - wurde vom Berliner Studio als Beispiel für das Management des Lebenszyklus von Modeartikeln entwickelt, insbesondere, wenn sie aus der Mode kommen oder weggeworfen werden.

Die Gläser bestehen aus einem Kunststoff auf pflanzlicher Basis, der bei der Entsorgung biologisch abgebaut wird, aber für den täglichen Gebrauch immer noch stark genug ist.

Creating Plastics wurde von der Produktdesignerin Vlasta Kubušová und der Modedesignerin Verena Michels gegründet, die sich während ihres Studiums an der Universität der Künste Berlin kennengelernt hatten.

Die Sonnenbrille ist eine ihrer ersten Produktreihen. Während der diesjährigen Mailänder Designwoche wurden 10 Prototypen in der Galerie Rossana Orlandi ausgestellt.

Alle 10 Brillenfassungen bestehen aus verschiedenen Arten von Biokunststoffen, obwohl die Kunststofftechnologie nach Angaben der Designer noch nicht weit genug entwickelt wurde, um Linsen herstellen zu können.

"Unser Bestreben ist es, die Lebensdauer des Produkts von seiner Entstehung - in Form von nicht raffiniertem Material - bis zum endgültigen Produkt bis zu seinem unvermeidlichen Verfall vollständig zu kontrollieren", sagte Crafting Plastics.

Die Basis des für die Sonnenbrille verwendeten Materials ist Polymilchsäure - eine Form von Polyester-Kunststoff, der beim Erhitzen geformt werden kann und aus verschiedenen Substanzen auf pflanzlicher Basis wie Maisstärke, Tapioka oder Zuckerrohr hergestellt werden kann.

In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern entwickelte das Studio ein Verfahren, bei dem biologisch abbaubare Polymere zugesetzt werden, um beim Abkühlen des Kunststoffs unterschiedliche Effekte zu erzielen. Dieses Verfahren ist derzeit zum Patent angemeldet.

"Die Basis unseres Materials ist ein übliches Biopolymer, Polymilchsäure (PLA), das aus verschiedenen Substraten wie Maisstärke, Zuckerrüben usw. hergestellt werden kann", sagte Crafting Plastics gegenüber Dezeen.

"Wir sprechen lieber nur über erneuerbare Ressourcen, da die spezifische Quelle eine Variable ist, die sich noch in der Entwicklung befindet."

"Wir arbeiten direkt mit Forschern zusammen, die das Material so entwickeln, dass wir damit spielen, verschiedene Mischungen und ihre spezifischen Eigenschaften, Technologien und Farben testen können", fügte Studio-Mitbegründer Vlasta Kubušová hinzu. "Wir fangen im Grunde genommen an, im Labor zu entwerfen."

Der Kunststoff wird gehärtet, indem sein Abkühlungsprozess künstlich beschleunigt wird, was als Glasübergang bezeichnet wird. Während sich das Material verfestigt, verursacht die Bildung von Kristallen unterschiedliche Transluzenzniveaus und sprudelnde Texturen.

Um die 10 Prototyp-Sonnenbrillen herzustellen, stellte das Studio 10 verschiedene Plastikmuster her und laserte dann die Rahmen von jedem Stück einzeln.

Einige Tests wurden mit biologisch abbaubaren Pigmenten und natürlichen Lebensmittelfarben gefärbt, was entweder scharfe Akzente oder einen marmorierten Effekt zur Folge hatte.

Einige der Sonnenbrillen haben Streifen in Blau und Gelb, während andere Kristalle um die Gläser haben. Ein Paar besteht aus zwei verschiedenen Kunststoffmustern, so dass sich der Rahmen von der Felge unterscheidet.

"Die spezifischen Eigenschaften unseres Biokunststoffs machen ihn zersetzbar und damit ökologisch, aber dennoch langlebig genug, um synthetische Kunststoffe in vielen Fällen zu ersetzen", sagte Kubušová.

"Wir glauben, dass durch die Verderblichkeit unsere Brillen nicht nur ökologischer, sondern auch wertvoller werden - daher das Motto: Diese werden Sie nicht überleben", fügte der Designer hinzu.

Eine Reihe von Designern untersucht Alternativen zu herkömmlichen Kunststoffen, da die Auswirkungen des Materials auf die Umwelt bedenklich sind. Zu den Experimenten mit Biokunststoffen gehören die biologisch abbaubare Flasche von Ari Jónsson, die Rotalgenpulver mit Wasser kombiniert, und die formbare Karte von Peter Marigold, mit der sich beschädigte Gegenstände reparieren lassen.

Crafting Plastics stellte die Brillenkollektion während der Mailänder Designwoche vom 12. bis 17. April 2016 im Spazio Rossana Orlandi aus.