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Blond- und Bieber-Farbstoffe aus Algen "schaden der Natur überhaupt nicht"

Dezeen und MINI Frontiers: In diesem Film der Dutch Design Week erklären Essi Johanna Glomb und Rasa Weber vom Berliner Studio Blond und Bieber, wie mit Algen völlig ungiftige Textilfarbstoffe hergestellt werden können.

Der Farbstoff auf Algenbasis des Duos ist so umweltfreundlich, dass man ihn sogar essen könnte.

"In der Textilindustrie gibt es große Probleme mit Chemikalien und der giftigen Wirkung von Pigmenten, die beim Färben verwendet werden", sagt Glomb. "Algen sind ein völlig gesundes Pigment. Sie drucken es und wenn noch etwas übrig ist, schadet es der Natur überhaupt nicht."

Blond und Biebers Algen-Projekt, das sie auf der Dutch Design Week vorgestellt haben, besteht aus Farbstoffen, die aus einer Vielzahl gängiger Algenarten hergestellt wurden.

"Mikroalgen sind die kleinen Zellen, die man in jedem Teich sieht", erklärt Weber. "Es ist das grüne Zeug."

Glomb fügt hinzu: "Normalerweise handelt es sich um Unkraut, das Seen verschmutzt. Wir haben versucht, einen anderen Ansatz für dieses unerwünschte Material zu finden."

Obwohl Algen im Allgemeinen grün sind, stellten Weber und Glomb fest, dass verschiedene Arten unterschiedliche Farben produzieren.

"Die breite Farbpalette von Algen ist ziemlich überraschend", erklärt Glomb. "Algen sind normalerweise grün, aber wir haben auch Rot-, Braun- und Gelbtöne entdeckt."

Weber und Glomb züchten die Algen in Glasgefäßen und blasen sie ein, um den Zellen das notwendige Kohlendioxid für die Photosynthese und das Wachstum zu liefern. Sie extrahieren dann das Pigment, mit dem gedruckt werden soll.

"Sie füttern sie, indem Sie nur Ihren eigenen Atem in das Gefäß ausatmen", erklärt Weber. "Dann filtert man sie durch dieses kleine Textil und macht daraus eine Druckpaste."

Zur Demonstration der Farbstoffe entwickelten Weber und Glomb einen großen analogen Textildrucker, mit dem sie Textilien mit einer Walze bedrucken.

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"Wir drucken live auf Messen, um zu zeigen, dass es tatsächlich möglich ist, [die Farbstoffe] auf wirklich einfache Weise zu verwenden", sagt Weber.

Das Duo plant, weiter an Farbstoffen auf Algenbasis zu forschen und zu entwickeln, möchte aber auch Produkte auf den Markt bringen, die mit diesen Farbstoffen hergestellt wurden.

"Im Moment arbeiten wir an kleinen Kapselsammlungen", sagt Weber. "Das funktioniert wirklich gut, weil es immer noch klein ist - man kann es steuern, den Prozess verstehen und dann mitwachsen, was wir als Studio tun wollen."

Essi Johanna Glomb und Rasa Weber von Blond und Bieber. Copyright: Dezeen