Die Architektur

Der unterirdische Tunnel verbindet die Seinäjoki-Bibliothek mit dem Gebäude von Aalto aus dem Jahr 1965

Der unterirdische Tunnel verbindet die Seinäjoki-Bibliothek mit dem Gebäude von Aalto aus dem Jahr 1965
Anonim

Der unterirdische Tunnel verbindet die Seinäjoki-Bibliothek von JKMM Architects mit dem Gebäude von Aalto aus dem Jahr 1965

Diese kupferverkleidete Bibliothek wurde von JKMM Architects für das historische Stadtviertel Seinäjoki von Alvar Aalto entworfen und war einer von drei Läufern beim ersten Finlandia-Preis für Architektur (+ Diashow).

Die 2013 fertiggestellte Stadtbibliothek Seinäjoki verbindet einen Komplex von öffentlichen Gebäuden, die der finnische Architekt Alvar Aalto für die westfinnische Kleinstadt entworfen hat, einschließlich der ursprünglichen fächerförmigen Bibliothek, die 1965 fertiggestellt wurde.

Diese alte Struktur war zu klein geworden, um alle Aktivitäten der Bibliothek unterzubringen. Deshalb wurde das in Helsinki ansässige Architekturbüro JKMM beauftragt, ein moderneres zweites Gebäude für neue Lesesäle und Stapel zu schaffen.

"Der zentrale Bezugspunkt für das neue Bibliotheksdesign war seine Lage im wertvollen Umfeld des von Aalto geschaffenen Bürgerzentrums", erklärte Asmo Jaaksi, einer der vier Gründer von JKMM Architects.

Foto von Mika Huisman

"Ziel war es, einen Dialog zwischen dem neuen und dem alten Teil zu initiieren", fuhr er fort. "Das neue Gebäude muss das geschützte kulturelle Umfeld respektieren und gleichzeitig ein kühnes Statement für ein Stück moderner Architektur abgeben - mit anderen Worten, das richtige Gleichgewicht zwischen Versöhnung und Herausforderung finden."

Der Hauptteil der Bibliothek besteht aus drei eckigen Bänden, die in verschiedene Richtungen ausgerichtet sind. Jede hat eine leicht abfallende Dachlinie, die den Profilen der benachbarten von Aalto entworfenen Strukturen entspricht.

Foto von Mika Huisman

Außenwände sind mit Kupferplatten verkleidet, deren Formen an Blätter erinnern. Die Eingänge werden durch tiefweiße Aussparungen betont, während große Glasflächen einen direkten Blick ins Innere ermöglichen.

"Die Aufteilung des neuen Gebäudes in drei skulpturale Bereiche war eine wichtige Erkenntnis, die dazu beitrug, sein großes Volumen mit der Größe des bürgerlichen Zentrums in Einklang zu bringen", sagte Jaaksi.

"Das Gebäude bezieht sich somit auf seine Umgebung, und aus jeder Richtung wird ein anderer statuistischer Aspekt offenbart", fügte er hinzu.

Intern verfügt die Bibliothek über eine Rohbetondecke, die sich im Zick-Zack nach oben und unten bewegt, um verschiedene Bereiche des Raums einzurahmen, sowie einen unterirdischen Tunnel, der eine Verbindung zwischen neuen und alten Gebäuden herstellt.

Im Zentrum des Raums befindet sich eine große Treppe, die unterirdisch abfällt und einen informellen Sitzbereich schafft, der gleichzeitig als Aufführungsraum oder Hörsaal dienen kann. Das Team beschreibt dies als "zentrale Leseterrasse".

"Die Terrasse unterstreicht zwei wichtige Themen des Innenraums: die Bedeutung der Begegnungsstätte und die funktionale Verknüpfung von Neubau und Altbau", so der Architekt.

"Die nach und nach abfallenden, miteinander verbundenen Räume sind eine Verbindung zu den versunkenen Bereichen, die für die von Aalto entworfenen Bibliotheken typisch sind. Ziel war es, den Besuchern einen ungehinderten Blick auf die Bücherschränke zu gewähren."

Geschwungene Öffnungen durchstoßen die Wände und sind mit Teppich ausgekleidet. Sie bieten geschützte Räume, in denen sich sowohl Erwachsene als auch Kinder mit einem Buch niederlassen können.

Foto von Mika Huisman

Dieses Thema setzt sich in der Kinderbibliothek fort, wo hohle, kastenförmige Bücherregale geschützte Ecken zum Lesen und Spielen bilden, während typische Sitzbereiche um die Stapel im Hauptlesesaal verteilt sind.

Ein ruhiger Arbeitsraum nimmt einen schmalen dreieckigen Raum ein, der zwischen diesen Räumen versteckt ist. Die Wand und die Decke dieses Raumes bestehen aus rohem Beton und weisen die Markierungen einer Holzschalung auf.

"Das visuelle Erscheinungsbild wird von gegossenen Betonoberflächen dominiert, die ein schnörkelloses, raues Gefühl erzeugen sollen, indem unebene Bohlenformen verwendet werden und die Oberflächen nach dem Gießen unbehandelt bleiben", sagte Jaaksi.

Eine große Betonfläche bildet auch die Decke in der Haupteingangshalle - ein Raum, in dem eine Rezeption, ein Café und ein Zeitschriftenbereich untergebracht sind. Hier wird die raue Oberfläche von einem großen blauen Kunstwerk unterbrochen, das für akustische Dämpfung sorgt.

Foto von Mika Huisman

Um die Notwendigkeit einer mechanischen Kühlung zu minimieren, sind alle großen Fenster nach Norden ausgerichtet, um die Wärmebelastung durch die Sonne zu verringern.

Foto von Mika Huisman

Die Stadtbibliothek Seinäjoki war eines von vier Projekten, die für den ersten Finlandia-Preis in die engere Wahl kamen. Dieser Preis wird alle drei Jahre an ein Projekt eines finnischen Architekten oder in Finnland errichteten Architekten vergeben. Der Gewinner war ein Museum in Warschau, das der Geschichte der polnischen Juden gewidmet war.